Unsere Kinder müssen uns mehr Wert sein als Provisorien, Notlösungen und Container

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Aus dem Gemeinderat

Kurz vor den Wahlen präsentierte der schwarz-rote Schöffenrat die x-te Notlösung in Sachen Kinderbetreuung.

Nach Einbeziehung der „Baltesscheier“, Umbau der „Loupëscht“-Schule und Umnutzung des alten Feuerwehrbaus soll nun eine Containerstruktur die Kapazitäten der Maison-Relais in Junglinster kurzfristig erweitern.

 

Dieses erneute Provisorium ist ein weiteres Beispiel, wie unfähig die aktuelle CSV-LSAP-Majorität ist, die Gemeinde zu organisieren und die Zukunft zu gestalten. Dabei haben déi gréng in den vergangenen 6 Jahren jährlich die nicht abnehmenden Wartelisten kritisiert und bei jeder weiteren vom Schöffenrat präsentierten Notlösung ein Gesamtkonzept verlangt.

 

Wer sieht, wie die Bevölkerung unserer Gemeinde stetig zunimmt, wer feststellt, dass der Bedarf an Kinderbetreuung wächst, wer die Alterspyramide der Kinder unserer Gemeinde kennt, wer seit 3 Jahren weiß, dass ab September 2017 die 20-stündige Gratis-Kinderbetreuung eingeführt wird … und trotzdem nicht die notwendigen Infrastrukturen schafft, der ist unfähig eine Gemeinde zu führen. Und wer den Neubau der Maison-Relais in Gonderange in Angriff nimmt und nach über einem Jahr Planung erst im August merkt, dass es im September unmöglich sein wird, die Kinder dort zu beköstigen … dazu fehlen uns die Worte. Die Leser … und die Wähler sollen bitte selbst entscheiden.

 

Am 4. August votierte die CSV-LSAP-Majorität ein an die 300.000 Euro (ohne Rückbaukosten) teures Provisorium aus vier Second-Hand-Containern, die an die bestehende Maison-Relais in Junglinster angesetzt werden sollen. Dies ist aus vielen Gründen die schlechteste Lösung.

 

Das Projekt wird frühestens im Winter bezugsfertig sein; man darf aber davon ausgehen, dass es – wie beim missglückten Umzug der Jugendhaus-Container – zu Verzögerungen kommt. Einsprüche von Anliegern könnten ebenfalls zu einer monatelangen Blockade führen. Die Container sind potthässlich und passen keineswegs ins denkmalgeschützte historische Zentrum um dort jahrelang zu stehen. Zudem ist die thermische Isolation so schlecht, dass hohe Betriebskosten auf die Gemeinde zukommen … wobei der Schöffenrat nebenbei unsere kommunalen Klimaziele mit Füßen tritt.

 

Wenn ein Engpass beim Mittagessen in Gonderange besteht, sollte auch dort die Lösung bereitgestellt werden, anstatt unsere (Klein)Kinder zusätzlichem Stress auszusetzen durch Hin-und Herfahren in der knappen Mittagspause.

 

Wir sind der Meinung, dass die Container-Notlösung leider lange Bestand haben wird, ohne durch ein Gesamtprojekt das Problem wirklich zu lösen. Auf der zur Verfügung stehenden Grundfläche, die grösser ist als jene die durch die vier Container belegt wird, ist unserer Meinung nach ein eingeschossiger Anbau in der Fortführung des bestehenden Gebäudes viel sinnvoller. So wäre es möglich, für den doppelten Preis der Container das Dreifache an Nutzfläche zu erhalten. Wenn man früh genug geplant hätte, wäre ein an die Bedürfnisse unserer Kinder angepasstes festes Gebäude zum September 2017 fertig geworden.

 

Christian Kmiotek & Christian Goebel, Gemeinderäte